soziokratie

Selbstorganisation ermöglichen, in Kooperation entscheiden, Vielstimmigkeit leben. Schon länger interessiert mich was hinter diesem klingenden Wort steckt, Anfang Januar habe ich das Modul 1 „Grundlagen der Soziakratiemethode und effektive Meetings besucht.“ Meine Haupterkenntnis: Konsens ist ein Geschenk des Moments, Konsent kann man miteinander erarbeiten.

Es waren lehrreiche Tage mit erfahrungsorientiertem Fokus die das neu gegründete Soziokratiezentrum Schweiz unter der Leitung von Suzanne Käser durchgeführt hat. Gleichzeitig erschien mir vieles bekannt. Nicht so sehr dem Bewusstsein und aus konkreter Erfahrung in Sitzungen in Organisationen, aber aus meinem Gefühl heraus, aus meiner Erinnerung von guten Momenten in Gemeinschaft. Hat die Soziokratiebewegung eine Methode aus der Zeit wieder aufgegriffen, als Familien noch zusammen ums Feuer sassen und in Dörfern das Wichtige noch im Schatten unter dem Baum besprochen wurde? Die Kreismethode jedenfalls ähnelt einer Runde ums Feuer so sehr, dass wohl jede*r diese Methapher spürt und sie uns am Zipfel unseres menschlichen Herkunftsgedächtnisses packt.

Man darf nicht romantisch sein: Ein Meeting unter der Linde vor meinem Fenster wäre jetzt vielleicht wirklich ein bisschen schräg. Aber welche Prinzipien im menschenlichen Miteinander haben wir nicht mitgenommen auf dem Weg in die Moderne, die uns heute hilfreich sein könnten? Und hat der Baum nur Schatten und Schutz gespendet oder gar eine Rolle gespielt in allzu schwierigen Fragen die das Dorf betroffen haben?